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Bestimmt kennst du diese kleinen Kärtchen, meist im Maß von 8,5 cm x 5,5 cm, die wir privat oder im Business unserem Gegenüber überreichen. Auf den Visitenkarten sind unsere Daten enthalten. Wir wollen damit zum Beispiel in Erinnerung bleiben, haben den Wunsch, dass der andere für uns eine Aufgabe erledigt oder auch die Hoffnung, bei dem nächsten Projekt mit dabei zu sein.

Wie endet das Leben einer Visitenkarte?
Was machen wir mit den Visitenkarten, die wir bekommen? Ich habe einige Leute gefragt und das war das Ergebnis:
• Die meisten Visitenkarten landen auf einem Stapel oder in einem Karton. Sie werden nie wieder angeschaut und kommen irgendwann in den Papierkorb.
• Einige werden eingescannt in eine Datenbank von Kunden, bekommen Tags.
• Nur wenige werden genutzt, um mit der Person, von der die Visitenkarte ist, in Kontakt zu bleiben.

Wie schade, denn für die Herstellung von Visitenkarten wird ein intensiver Aufwand betrieben, welcher mit hohen Kosten verbunden ist.

Was ist deine wirkliche Visitenkarte?
Dieses kleine Ding aus Papier, ist das wirklich deine Visitenkarte, die du mitgibst? Nein! In jeder Begegnung hinterlässt du bei dem anderen einen Eindruck. Die mitgegebene Visitenkarte funktioniert wie ein Anker, der das hervorruft und auslöst, was der andere von dir gespeichert hat. Nicht nur das, was dir wichtig ist, sondern alles, was der andere wahrgenommen hat.
Oft geht es nicht nur um das, was von uns gespeichert wurde, sondern eher darum, mit welcher emotionalen Verknüpfung die Details der Begegnung in Erinnerung bleiben.

Was genau ist unsere Visitenkarte?
Einerseits ist unsere Visitenkarte unser Auftreten und unser äußeres Erscheinungsbild. Es sind die Momente, in denen wir authentisch repräsentieren, was wir auch in unserem Innersten leben. Es sind aber auch unsere Masken, die wir während einer Begegnung aufhaben und das Schauspiel, welches wir in einer Begegnung spielen.
Andererseits sind es die Geschichten, die wir erzählen. Die Geschichten darüber, was wir gut können und was nicht. Die Begegnungen und Erlebnisse, die wir hatten. Geschichten, die uns ein Leben lang begleiten. Die Erfolge, die uns glücklich sein lassen. Die Nachrichten, die wir erzählen, als ob wir selbst dabei waren.

Das alles und noch viel mehr macht unserer Visitenkarte aus. Wir selbst haben Visitenkarten von anderen in uns abgespeichert. Bestimmt erinnerst du dich an manche gerne und kannst viel Gutes über die Menschen erzählen. Du kennst auch Menschen, wenn sie dir begegnen wechselst du freiwillig die Straßenseite, nur damit du dir nicht schon wieder die Geschichte von den Hühneraugen oder von den Problemen in der Partnerschaft anhören musst. Und, wenn jemand in deinem Beisein das Wort Hühneraugen verwendet, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass dir dazu diese Person in den Sinn kommt. So wirst du unfreiwillig an die Person erinnert und die Distanz zu dieser Person wird jedes Mal größer.

Mache dir auch bewusst, dass wir uns Personen nicht mit dem Namen sondern eher mit den erzählten Geschichten oder mit markanten äußeren Erscheinungen einprägen.
Das ist die Frau mit den meisten Eheprobleme,
der Mann der nicht mit dem Rauchen aufhören kann,
die Familie, die immer nach Mallorca fliegt
Der Mensch, der alle Krankheiten anzieht

Was willst du, woran sich die Menschen erinnern, wenn sie etwas, gern auch deine Visitenkarte, in ihren Händen halten?

Was ist deine Visitenkarte?
Verstehst du, was ich meine? Mache dir bewusst, dass du andere Leute mit deiner Selbsteinschätzung und deinen Anekdoten aus deinem Leben beeinflusst. Sie sehen dich so, wie du dich selbst beschreibst. Und das geht noch weiter. Egal, wie du dich einem anderen beschreibst, du wirst in deren Augen zu dem, den du beschreibst. Du nimmst die Haltung an und prägst dein äußeres Erscheinungsbild mit dem, was du aus deinem Inneren erzählst. Sie werden dich dementsprechend behandeln.

Deine Visitenkarte ist (d)eine Wahrheit
Kann es sein, dass sich jetzt dein innerer Kritiker meldet? Das ist alles die Wahrheit, die du erzählst! Ja es stimmt! Es ist eine Sicht auf die Dinge. Die mehrmalige Wiederholung in deinem Kopf und der Glaube, dass es die Wahrheit ist, erlaubt dir nicht, die Sache von einer anderen Seite her zu betrachten.

In dem Zusammenhang möchte ich dir gern eine Geschichte erzähle:

Zwei Mönche sind auf dem Weg zu ihrem Kloster. Sie kommen an einem Fluss und sehen, wie eine Frau den Fluss überqueren will und mit der Strömung kämpft. Der eine Mönch nimmt die Frau auf die Schultern und setzt sie am anderen Ufer wieder ab. Schweigend gehen beide Mönche weiter. Dem zweiten Mönch geht die Situation am Fluss nicht aus dem Kopf. Seine Gedanken drehen sich im Kreis. Während einer Rast will er dann endlich den anderen Mönch auf sein Vergehen aufmerksam machen. Der andere schaut ihn einfach nur an und sagt: „Ich habe die Frau am Fluss zurückgelassen. Du, du trägst sie immer noch in deinem Kopf spazieren.“

Erzählen wir jemanden, was wir alles nicht können und wiederholen das immer und immer wieder, dann brennt sich die Erkenntnis in unser Bewusstsein ein und wird von uns selbst zu einer überzeugten Wahrheit. Wir schaffen uns in eigener Regie Glaubenssätze, die unsere Realität bestimmen.

Gestalte dir deine Visitenkarte!
Welche Geschichten erzählst du immer und immer wieder? Mit welcher Überzeugung erzählst du diese? Was denkst du von dir? Worin bist du gut und worin nicht? Woran glaubst du und mit welchen Metaprogrammen gehst du durch dein Leben?

Werde bewusster indem, was du erzählst! Überlege dir, welchen Eindruck du nach einer Begegnung hinterlassen willst! Was werden andere über dich erzählen, wenn du nicht dabei bist?

Mache dir auch klar, dass du für Geschichten immer ein entsprechendes Publikum brauchst. Ändern sich deine Geschichten, dann verändert sich auch dein Publikum.

Bleibe bei allem bei deiner Wahrheit. Dein Leben ist sehr vielfältig. Wenn du über deine Probleme erzählen willst, dann erzähle auch über deine Lösungen. Erzähle das weiter, was das Leben anderer Menschen bereichert.